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Der
Sekt floss in Strömen. Nein, es waren eher Fontänen
der klebrigen Flüssigkeit, die sich über Spieler,
Trainer und Betreuer des SV Erbach ergossen, als sie
sich nach Spielschluss zum Mannschaftsfoto
formierten. „Hipp, hipp, ... hurra“, skandierten
die Bergsträßer unter anderem, lautstark unterstützt
von den gut hundert mitgereisten Anhängern.
Der SV
Erbach hat es geschafft. Mit einem 28:24
(14:9)-Erfolg am Samstagabend bei der SG Arheilgen
hat sich der Bezirksoberligist drei Spieltage vor
Saisonschluss die Meisterschaft gesichert und geht
in der nächsten Saison erstmals in der Landesliga
auf Torejagd. Freude pur also bei den Gästen, die
in ihren bisher 21 Saisonspielen nur eine Niederlage
hinnehmen mussten. Bei sechs Zählern Vorsprung auf
Verfolger HC VfL Heppenheim ist der Titelgewinn
wegen des besseren direkten Vergleiches vorzeitig
perfekt.
Bis
es so weit war, hatten die Kreisstädter allerdings
noch einmal ein hartes Stück Arbeit zu bewältigen.
Das lag jedoch weniger an der Stärke der Gastgeber,
bei denen ihr Trainer Volker Lang „zu viele
Abwehrfehler“ ausgemacht hatte und den Sieg der
Erbacher nicht zuletzt deshalb als verdient
bezeichnete. Der Tabellenführer machte sich das
Leben vielmehr selbst schwer, wirkte vor allem zu
Beginn der Partie leicht gehemmt. „Ich habe nicht
geglaubt, dass wir mit so einer schwachen Leistung
hier gewinnen können“, so SVE-Trainer Jens
Becker. Eine gewisse Verkrampfung sei wohl da
gewesen. „Die Spieler hatten wohl Angst vor der
eigenen Courage“, vermutete er.
Der
Tabellenführer kam im Arheilger Sportzentrum erst
nach einem 5:5-Zwischenstand (14.) besser in
Schwung. Nach einer Auszeit, bei der Becker seine
Akteure kräftig ins Gebet nahm, erzielten die Gäste
dann allerdings drei Tore in Folge und setzten sich
bis zur 23. Minute auf 12:7 ab. Und dieser Fünf-Tore-Vorsprung
hatte nicht nur zur Pause (14:9) Bestand. Die
Erbacher blieben auch in der zweiten Hälfte vorne.
Doch hätte der für den bis dahin gut haltenden
Willi Kaufmann ins Tor gewechselte Torsten Bock
sechs Minuten vor dem Ende beim 26:21 nicht einen
der insgesamt acht Siebenmeter für die Gastgeber
pariert, womöglich wäre der Titelgewinn doch noch
einmal in Gefahr geraten. So aber schaukelte der SV
Erbach die Partie nach Hause. Jörg Bauer erzielte
in der Schlussminute das 28:24 und sorgte dafür,
dass der mitgebrachte Meisterschaftssekt nicht noch
gegen Selters getauscht werden musste. Auch Trainer
Jens Becker war am Ende wieder versöhnt. Denn:
„Letztlich war nur das Ergebnis wichtig“,
stellte er fest. Und das sprach für Erbach – wie
schon oft in dieser Saison.
SVE-Tore:
Scholz (10/3), Schneider (4), Wiegand (3),
Bernhardt (3), Bengs (3), Bauer (3), Rother, Juchem.
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